Unsere Reise nach Nordindien (1986)

 

 

Wir waren bei unserem Freund Mahendra in Kanpur eingeladen, den ich auf einer vorherigen Reise in Kenia kennengelernt hatte. Er führte uns zu vielen wunderschönen Sehenswürdigkeiten, z.B. nach Lucknow, Khajuraho, Sikandra, Fatehpur Sikri, zum Fort von Agra, zum Taj MahalItmad-ud-Daulah's Tomb, zum Tempel von Swami Bagh und nach Delhi mit seinen Highlights. Aber auch viel indisches Leben bekamen wir auf dieser Reise mit, hautnah allerdings nur das Leben der Oberschicht, zu der unser Freund Mahendra gehört. Ein besonderer Höhepunkt war das Holi-Fest, bei dem kübelweise gefärbtes Wasser über uns gegossen wurde, und unsere Gesichter schließlich schwarz bedeckt mit Schuhcreme waren.

 

 

Leider wurde ich nach dieser Reise so krank (ich hatte mir Parasiten eingefangen, die in die Leber gewandert sind), dass ich sogar Angst um mein bisschen Leben hatte. Natürlich wussten wir auch damals schon, was wir in Indien eigentlich nicht essen sollten. Doch es fiel uns bei den vielen Einladungen unheimlich schwer, unhöflich "no, thank you" zu sagen, wenn man ständig mit "try this, try that" aufgefordert wird, alles zu probieren. Und dann hatte ich damals noch den Fehler gemacht, sofort bei den ersten Anzeichen eines Durchfalls Imodium zu schlucken, wodurch jegliche Darmtätigkeit unterbunden wurde, und sich die Parasiten in mir prächtig vermehren konnten. Mein Tipp: Zuerst alles aus dem Körper rauslassen, bevor man stopfende Medikamente einnimmt!

Nach dieser zweiten Indienreise getraute ich mich dann viele Jahre nicht mehr aus Europa hinaus. Über Tunesien, Marokko und schließlich Bali schaffte ich den Absprung in die Ferne dann aber doch endlich wieder. Krank bin ich auf den nachfolgenden Reisen - auch in Indien - bis heute nicht mehr geworden, glücklicherweise.